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Solo für Sophie

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Der Roman erzählt mit hintergründigem Humor die Geschichte vom Suchen und Finden der Liebe anhand ungewöhnlicher Hauptfiguren, die nicht dem gesellschaftlichen Leitbild der Leichtgängigkeit entsprechen. Dazu kontrastieren prägnante, satirisch zugespitzte Nebenfiguren, die die schüchternen Protagonisten zum Jagen tragen wollen. Es entspinnt sich eine turbulente Dreiecksgeschichte, die auf das Konzert als Showdown zusteuert und sich darin rundet und auflöst. Die allseitige Liebe zur klassischen Musik verleiht dem Roman als durchgängiges Motiv eine besondere Farbe. Dabei ist der Text jederzeit im Hier und Jetzt verankert und bietet Anhängern verschiedener Liebesroman-Genres Raum, sich darin wiederzufinden. Eine gesunde Portion Erotik fehlt bei dieser unterhaltsamen Liebeskomödie natürlich auch nicht.

Taschenbuch, 288 Seiten
EUR 9,90

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Den Roman gibt es auch als Ebook.

3 Kommentare

  1. Sabine Hennig-Vogel sagt

    Ist man ein Freak, wenn man auf dem iPod klassische Musik hört? Zugegeben: auf meinem MP3-Player tummelt sich Beethoven neben Queen und Tschaikowsky neben Falco.
    Vielleicht hat mich deshalb das Cover und der folgende Klappentext angesprochen:

    „Der Student Sebastian liebt klassische Musik und die französische Star-Pianistin Sophie Bonnard. Allerdings weiß sie nicht von seiner Existenz. Wie kann er ihr näherkommen? Einfach ein Exclusivkonzert buchen, meint ein alter Herr, der sich ihm als Mentor anbietet. Gutgehen kann das nicht, zumal der Alte eine rätselhafte eigene Agenda verfolgt. Und dann ist da noch Laura. Sie ist ebenfalls heimlich in jemanden verliebt. Dass es sich dabei aus-gerechnet um ihren Kommilitonen Sebastian handelt, ist in höchstem Maße unpraktisch. Auch ihr steht eine Mentorin zur Seite. Aber eine echte Hilfe ist die nicht.
    Wunderbar schwarze Liebeskomödie.“

    Ich kannte den Autor nicht und war neugierig. Das Buch ist unterhaltsam, von der ersten bis zur letzten Seite. Morgen schreibt wortgewaltig, ohne abgedroschen zu klingen. Seine Figuren sind sorgfältig gezeichnet und auch wenn sie manchmal etwas seltsam auf den Leser wirken – so sind sie doch sympathisch. Überall schwingt leiser Humor mit.
    Der Autor überrascht auch mit Statements zu Themen, die uns alle beschäftigen, und die dennoch nicht wie Lebensweisheiten daherkommen.

    Leider fehlt mir die Zeit und Ruhe, Bücher in einem „Ruck“ zu lesen. Ich lese eher so kapitelweise vor dem Schlafen. Das tat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch. Jedes Kapitel hat mich neu begeistert, vor allem die direkte Sprache. Es wird nichts aufgebauscht oder unnötig in die Länge gezogen – das gefällt mir. Das Finale erinnerte mich an gute Thriller. Und ich hatte oft ein Grinsen im Gesicht, auch bei den erotischen Szenen, die der Autor für meinen Geschmack meisterhaft beherrscht. Morgens Sprache macht einfach Spaß.

    Übrigens – mein Lieblingscharakter ist Mehmet, der hat mich immer wieder zum Staunen gebracht. Aber lest selbst!

    Schade, dass es schon vorbei ist, aber in dem Buch stecken jetzt viele Klebezettel… einige Stellen werde ich mir garantiert noch mal ansehen.

    Also falls jemand noch ein unterhaltsames Buch für den Urlaub, für Wartezonen oder einfach nur fürs eigene Vergnügen sucht… greift zu. Ihr werdet es nicht bereuen.

    Ich werde jetzt mal nach dem anderen Buch von Claudius Morgen Ausschau halten…

  2. Michael Franz sagt

    Sebastian, ein eher unscheinbarer junger Mann, Jura-Student und Brahms-Freund, ist begeistert von einer jungen Pianistin. Ist es Begierde, Liebe, Hochschätzung, Bewunderung, Besessenheit, Projektion, Schwärmerei, von jedem etwas? Er möchte sie jedenfalls kennenlernen, ihr Herz gewinnen, mit ihr zusammen sein.
    Eine Sehnsucht ohne die Chance auf Erfüllung, doch da taucht Dr. Otto Falter auf, der ebenfalls auf Sophie schaut, ihr sogar anonym Post zukommen lässt, und einen Plan hat, den er Sebastian offenbart.
    Verwicklungen bestehen vor allem in der Weise, dass Laura, eine Kommilitonin und Etagennachbarin, in Sebastian verliebt ist, sich ihm gegenüber aber nicht bekennt, und dass Sophie mit einem Sebastian von Stolberg eine Nacht verbringt.
    Dr. Falters Plan nimmt Realität an. Sophie ist engagiert für ein Konzert in geschlosse-ner Gesellschaft. Zuvor will er Sebastian ausschalten und dann als einziger Gast das Konzert erleben und sich Sophie gegenüber zu erkennen geben.
    Zuvor war Sophie von Sebastian vom Flugplatz abgeholt worden. Während der Fahrt wird Sebastian von Nervosität und Höflichkeit geleitet. Es entsteht dennoch eine ge-wisse Nähe, da beide schließlich nur über Musik, über Brahms reden und Sophie sich dabei wohlfühlt.
    Die Eintrittskarten sind gedruckt, um kein Misstrauen zu erwecken. Sebastian aber will diesen Plan verhindern, verschenkt am Vorabend alle Karten, wovon Falter nichts er-fährt. Auch weiß er nicht, dass Sophie infolge von Verwicklungen abgereist ist. Bevor Sebastian es berichten kann, wird er von Falter plankonform betäubt. Parallel war Sophie mit von Stolberg in Kontakt getreten. Von ihm wird sie überredet, das Konzert doch zu spielen, von ihm wird sie zurückgebracht und auf die Bühne geschafft, sie spielt.
    Falter erscheint auf der Bühne, auf dem Tablett den Dom Perignon und Gläser. Er geht auf Sophie zu, trinkt und ruft aus: „Auf die Liebe“, er wankt und bricht nur wenige Meter vor ihr zusammen. Sophie verlässt das Konzert.
    Die Ausführung des Themas geht über 36 Kapitel. Den meisten davon gelingt es gut, über Inhalte und Sprache den Leser mitzunehmen. Besonders dicht gelingen jene Ab-schnitte, die biographischen Hintergrund vermuten lassen. Denkbar ist, dass dem einen oder anderen Leser einzelne Passagen sprachlich nicht oder als Dokument un-serer Zeit doch zusagen, da sie einen Kontrast zum Schöngeistigen setzen.
    Für Gefühle und Stimmungen, für Bilder kann gesehen werden, dass diese etwas mehr entwickelt werden und für die Protagonisten, dass diese etwas mehr Klarheit, Schlüs-sigkeit in ihrem Eigenprofil zeigen könnten.
    Der Titel irritiert schon ein wenig, denn es gibt kein Solo für Sophie, und Dr. Falters Plan als Solo zu verstehen, fällt etwas schwer. Es gibt aber ein Solokonzert von Laura allein für Sebastian. Danach finden sich beide in ihrem Bett wieder, und sind glücklich.

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